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Ruhrwort Nr.2 16. Jan. 2010 PDF Drucken E-Mail

 

 

 

 

Mit allen Sinnen begreifen

 

 

Erste drei Lebensjahre sind entscheidend

 

Vieles, das generell für die Förderungvon Kindern im Vorschulalter bedeutsam ist, ist auch für die Entwicklung und Förderung von Kindern unter drei Jahren maßgeblich. Aber: Jüngere Kinder haben besondere Bedürfnisse. Und aus entwick-lungspsychologischer Sicht sind die ersten drei Lebensjahre von ganz entscheidender Bedeutung. Deshalb sind spezielle Aspekte zubeachten – beispielsweise bei den Eingewöhnungskonzepten, der  Essenssituation und der Raumgestaltung. Damit sich eine tragfähige Beziehung zwischen Erzieherinnen bzw. Erziehern und den Kindern entwickeln kann, ist eine hohe Kontinuitätin der Betreuung wichtig. In einer kleinen Gruppe mit „ihrer Bezugserzieherin/ ihrem Bezugserzieher“ und einem übersichtlichen Aktionsradius erfahren jüngere Kinder Sicherheit und können somit angstfrei und neugierig die Welt erkunden. Jedes Kind ist Akteur seiner Entwicklung und auch seiner Bildung. Es ist in seinen Bildungsprozessen zu unterstützen; das bedeutet in erster Linie eine Beziehungsgestaltung zum Kind zu leben.  Nonverbales Ausdrucksverhalten und Körperbedürfnisse zu sehen, einzuordnen und angemessen darauf zureagieren, ist von großer Bedeutung. Die Größe und Gestaltung von Räumlichkeiten, die auf die Bedürfnisse von Kindern unter drei Jahren zugeschnitten sind, müssen besondere Kriterien erfüllen. Um den Kindern vielfältige Bewegungs- und Sinneserfahrungen ermöglichen zu können, ist es wichtig, genügend Platz zu haben: Dasgilt für den Innen- und Außenbereich. Die Jüngsten benötigen sowohl einen „Abenteuerspielplatz“ als auch ein „Nest“.  Nur so können die verschiedenen Ruhe- und Bewegungsbedürfnisse der jüngeren Kinder individuelle Berücksichtigung finden. Eine bedeutende Rolle spielt auch eine gute Akustik in den Räumlichkeiten; sie ist von enormer Bedeutung für die sprachliche Entwicklung der Kinder! Gerade jüngere Kinder reagieren auf hohe Lautstärke mit Stress; und dies kann sich negativ auf ihre Sprachent -wicklung auswirken. Die religiöse Erziehung ist kein gesonderter Teil, sondern das Fundament des täglichen Miteinander sind katholischen Einrichtungen. Die religionspädagogische Arbeit mit Kindern unter drei Jahren – also im Stadium der Vorsprachlichkeit –zielt nicht primär auf kognitive Inhalte ab. Vielmehr stehen das Erleben und sinnliche Wahrnehmen imVordergrund. Gerade für kleine Kinder ist die Erfahrung von Geborgenheit und Wertschätzung existenziell bedeutsam – für die gesamte Entwicklung ihrer (religiösen) Persönlichkeit. Vorderstes Ziel ist es, der im Kind bereits angelegten Religiosität ausreichend  Nähr -boden zu geben. Glaube lebt von Erfahrungen. Kinder wachsen durch Rituale, Gebete, Lieder und einfache biblische Geschichten immer tiefer in den Glauben hinein.

Martina Kiworra

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 19. Oktober 2010 um 07:50 Uhr
 

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